Die Wurzeln des 1. FC Passau liegen im TV Passau

Kaiser Wilhelm II. regierte das deutsche Reich, das eben den 40. Jahrestag seiner Reklamation im Schloß zu Versailles feierte. Drei Jahre später sollten in Sarajewo die verhängnisvollen Schüsse eines großserbischen Nationalisten auf den tödlich getroffenen österreichischen Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, fallen, die den ersten Weltkrieg entfachten. Schon bei dieser ersten Katastrophe des 20. Jahrhunderts ging wertvolles Archivmaterial verloren. So auch die Gründungsniederschrift des FC Passau, der sich seit Februar 1951 "1. FC Passau" nennt.

Fest steht allerdings, daß es seinerzeit mit Turngenosse Grumm an der Spitze eine Fußballabteilung im TV Passau von 1862 gab, die sich 1911 abspaltete. Dieses Häuflein von Idealisten gründete einen selbständigen Verein unter dem Namen "Fußball-Club Passau". Der 1. FC Passau hat seine "Wurzeln" also im Turnverein. Schon vorher gab es eine nichtorganisierte Fußballmannschaft in der Dreiflüssestadt, die hauptsächlich aus norddeutschen Dekorateuren bestand, die bei den Firmen Grünebaum, Pick und Klein beschäftigt waren.

Verbürgte Tatsache ist ferner, daß den jungen Klub kaum jemand unterstützte, sondern das zarte Pflänzchen im Gegenteil fast überall auf Ablehnung stieß; nicht zuletzt bei Behörden. Aber die Passauer Fußballpioniere gaben trotz größter Schwierigkeiten nicht auf. Beinahe zu Scheitern brachte den neuen Verein die Spielplatzfrage, bis es endlich gelang, mit dem Kommandeur des 16.Infanterie-Regiments ein Abkommen zu treffen. Er gestattete dem FC auf dem Exerzierplatz Maierhof den Sportbetrieb. Auflage: "Nach Spiel und Training sind die Tore jeweils auszugraben, damit das Gelände wieder in exerzierfähigen Zustand versetzt wird!"

Monatelang schleppten die Spieler die Holzbalken vom damaligen Vereinsheim, dem Gasthof "Zur Friedenslinde" (gibt es und Dr. Ostuzzi und Ottmar nicht mehr), zum Maierhof und zurück, ohne Murren und Klagen. Ja, je mehr Probleme sich häuften, desto entschlossener und verbissener setzten die ersten FCler ihre Kraft für ihren "geliebten Fußballsport" ein, wie es pathetisch in einer alten Vereinszeitschrift heißt. Und das waren in höchstem Maß von ihrem Ideal begeisterte junge Menschen, die auch persönliche Nachteile dafür in Kauf nahmen. Der Fußballsport galt nämlich dazumal als roh und verpönt, war an Schulen sogar verboten. Buchstäblich vom Munde sparten sich die FC-Gründer, zum Teil Schüler und Lehrlinge, ihre Fußballstiefel, Dressen und das Fahrgeld für kleine Reisen ab, die sie erstmal 1913 und 1914 auch ins Österreichische führten. Zunächst vereinzelt, dann allmählich, weckten die Fußballer die Neugierde von Zuschauern. Sie brauchten damals noch kein Eintrittsgeld zu bezahlen, denn die fanden Genugtuung darin, vorerst einmal anerkannt zu werden.

Zwangspause 1914 bis 1918

Drei Jährchen war der FC Passau gerade alt, da schien der 1. Weltkrieg der ohnehin noch nicht gefestigten Sportgemeinschaft das Lebenslichtlein frühzeitig auszublasen. Jegliches Vereinsleben erstarrte, als im Hochsommer 1914 alle jungen Männer zu den Waffen gerufen wurden. Waren alle Mühen und Plagen umsonst? Diese Frage beantworteten unmittelbar nach Kriegsende jene Idealisten mit nein, die das Inferno überlebt hatten und gleich nach ihrer Heimkehr den Fußballsport in Passau mit frischem Mut belebten.

Die Vereinsstruktur des FC Passau gäbe es nicht mehr. So gliederten sich die Kicker erneut dem TV Passau an. Bis Mitte des Jahres 1924 ist in den Aufzeichnungen nur von einer Fußball-Abteilung (FA) die Rede. Einige Namen, die dem Fußballsport wieder auf die Beine halfen:
Konrad, Kreilinger, Schneider als 1. Vorsitzender! Diese Persönlichkeiten machten den Fußball langsam salonfähig. Wachsendes Interesse bei Jugendlichen führte 1920 zur Aufstellung der ersten Schülermannschaften, die damals alle Jugendlichen bis 18 Jahre umfaßten - meist Schüler von Gymasium und Realschule. Die Wiederaufnahme des Sportverkehrs mit Österreich lief nebenher. SV Ried, Sparta Linz und Germania Linz gastierten in Passau.

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